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Nichts hat das Ruhrgebiet mehr geprägt als die Zechen und rauchenden Schlote der Kokereien.

Hier nun eine kleine Auswahl von dem was noch übrig ist. Alle Bilder mit der LEICA-kamera im klassischem Schwarz-weiss geschossen. Ich finde es so richtig passend antik. In Farbe kann jeder.......(fettgrins)

 

 

 

Zeche RADBOD in Hamm.

Diese Zeche machte schon Eindruck als ich mit dem Auto um die Ecke fuhr. Gebäude, Fördertürme. Linse wieder erstmal putzen; Kamera bloss nicht fallenlassen aus Nervostät ! Gaaanz ruhig, Junge, du kommst bestimmt überall hin, bestimmt nichtweiträumig  eingezäunt, nein.

Verwunschen? Nee, nur schon lange stillgelegt. Seit 1990.

Der 2. Förderturm ist verdeckt. Der hintere ist der Förderturm der Bergbauschule. Aufnahme Mai 2009

 

 

 

 

 

Zeche EWALD Herten Süd. Die Arbeitsstelle des Onkels, Cousin und Grossvaters meiner Frau.

Hier ist besonders der unten abgebildete Malakowförderturm bemerkenswert

 Dieser Dieser gemauerte  Turm ist noch aus den Anfängen der Kohleindustrie, als Stahl - besonders der damals geläufige Bessemerstahl ( etwas später kam der Thomasstahl)-  nicht so zuverlässig erschien.

Anektode: nicht gut zu lesen, aber erkennbar ist die Inschrift  ZECHE EWALD auf diesem Turm. Sie zeigt zur falschen Seite, (der Eingang strassenseitig ist "dahinter") da die rückseitig vorbeilaufende  Strasse nach Wanne-Eickel ursprünglich auf dieser Seite geplant war. Als der Turm fertig war, entschieden sich die Stadtväter anders. Aber die Inschrift konnte dann nicht mehr geändert werden.

Hier noch ein besonderer Blick: dem Doppelfördergerüst (erkennbar auf dem 1. Bild, hinten) zwischen "saine Baine gepillert"

Hier gibt es auch Führungen und eine Gastronomie.

Ab 2000 keine Förderung mehr. Aufnahmen im April 2009

 

 

 

 

Meine "Heimatzeche" SCHLÄGEL UND EISEN in Herten-Langenbochum. Stillgelegt 1998 .Aufnahmen Anfang 2009

Nein, man hatte keinen persönlichen Eingang vom Garten aus. Obwohl man ist der Arbeit sooo nah' gewesen. Man musste aussen um das Zechengelände herum. Das waren zu Fuss etwa 15min von hier aus.

"..allet schön und gut, abba ich will auch gar nich da so nah an dem Pütt dran wohnen tun, da muss ich doch jeden Tach hin. Datt reicht. Datt muss ich nich immer sehn tun, man glaupse"...

Ein Gesamtbild von der Feldstrasse aus. Der Förderturm Rechts ist der selbe Förderturm wie im 1. Bild.

Hier machte ich mein Schulpraktikum 1968, auch Untertage. Nur, da wir noch sehr jung waren, war immer nach 2-3h Schicht am Schacht. Allerdings mussten wir vorher in der Hauerlehrwerkstatt noch lernen Holzstempel zu behauen und Quetschhölzer einzusetzen. Vor Ort spritze uns dafür dauernd aus den Schnellverschlüssen der Stempel das Hydrauliköl ins Gesicht.

Und wie schämten wir uns in der Kaue; hoffentlich sind wir allein und es macht keiner eher Schicht. Hoffentlich.

Ausgezeichnet war auch die Wetterführung - sehr kühl und angenehm. "Wetter" ist ein Begriff aus dem bergmännischen für die Luft unter Tage. Immer war sie entscheidend über die Mannleistung/Schicht. Bei schlechter Wetterführung , z.T. bei 40Grad, war eben schlecht schöppen und hauen.

Beide Bilder, oben und unten, zeigen den gleichen OrtFeldstrasse. Tja, diese Bahnlinie aus Schlägel und Eisen raus war noch in den 1970ern Jahren gut befahren. Die Kohle musste ja verkauft werden. Heute endet die Trasse hier und die Natur holt sich das zurück was ihr vor über 100 Jahren genommen wurde.

 

Etwas beständiger als die Zechen : Mein "H" von 1963 an unserer Zechenhauswand in Herten-Langenbochum. Irgendwo hier in der Nähe hat mein Vater mein ( zu grosses, ich zu klein) Messer vergraben. Ich erhielt es damals im Tausch gegen 20 MickeyMouse und Akim Hefte . Stocksauer wollte er es wegschmeissen, aber ich sah zufällig wie er es vergrub. War ihm wohl auch zu schade für die Tonne. Anfangs traute ich nicht es auszugraben, später vergass ich es.

 

 

 

Die Zeche meines Schwiegervaters ZECHE WESTERHOLT .Wo? Na klar in Herten- Westerholt

Stillgelegt ende 2008. Aufnahme Nov. 2008

Meine Frau kann sich noch gut daran erinnern, wie sie als kleines Mädchen oft zu diesem Tor geschickt wurde und fragen sollte wo denn Papa bleibt.   "..die machen heute Doppelschicht.. oder..." hatte einen Unfall" war die Antwort. Ein Bergmann vor Kohle gehörte noch in den 70ern zu den gutbezahlten  Arbeitern überhaupt. Geld konnte man immer  gebrauchen. Sie hatten schon 1957  einen neuen Fernseher; meine Eltern erst 1962 - 'nen gebrauchten.

Später kamen allerdings Feierschichten immer häufiger vor. Kohle wurde nicht mehr in den Mengen gebraucht. Das Erdöl lief der Kohle den Rang ab.

von hinten gesehen, im Januar 2009. Der Förderturm (etwa zw. Laternenpfahl und Luftansaugtschacht ( besser Wetterschacht)  ist schon weg und liegt zerlegt am Boden.

Ganz klar, noch aus der Gründerzeit. Man hatte Geld für Stuckarbeiten, Rollen, Säulen und andere architektonische Feinheiten übrig gehabt. Diese Zeit war geprägt nicht nur von der Funktion, auch vom schönen Anblick eines funktionalen Gegenstandes. Denkmalschutzwürdig gelten heutige Industriebauten in 100 Jahren dann wohl nicht.

Ein typischer Vertreter des Bergmannhauses.

 

 

 

Zeche BERGMANNSGLÜCK in Gelsenkirchen Buer

Kein Förderturm, keine Kohlenwäsche, nur dieses Gebäude (Werkstatt, Kaue?) und

dieser Eingang. Noch wie vor über 100Jahren.

Die Zeche Bergmannsglück war nur etwa 2km von Zeche Westerholt entfernt, und man gab sie relativ früh, so um 1961 zugunsten von Z. Westerholt auf.

 

Zeche BLUMENTHAL Schacht 7 in Recklinghausen

Manchmal fuhr ich nach dem Einkauf - hauptsächlich wg. Karstadt in RE -  mit meinen Eltern, als die schon ein Auto hatten, vorbei und dachte mir nur : " so ein komischer Förderturm." Das Auto war ein Goggomobil. Bis 250ccm durfte mein Vater Autos mit seinem Motorradführerschein fahren.

Schacht 7 ist seit 2001 verfüllt.

 

Zeche Zweckel in Gladbeck

Hier stehen noch die beiden Fördertürme und das Maschinenhaus. Kohleförderung 1963 eigestellt; 1988 endgültig stillgelegt

 

 

Links, direkt dahinter ist die Phenolchemie ansässig, die ich natürlich nicht fotografisch festhielt.

Einer der beiden Fördertürme

.Ich denke die bleiben auch vorerst stehen

Unten das Maschinenhaus

 

 

und von der Seite

Lagerböcke 

und die Förderturmseite, rechts

und auch

von vorn

 

Zeche SCHLÄGEL UND EISEN Schacht 5-6 in Herten- Scherlebeck

Zu Besuch oder mal  1-2 Tage bei der Oma "Scherlebeck" spielte ich manchmal am Zaun dieser Zeche. Ziemlich ruhig war es; nur dieses Zirr..Klock..Zurrr der Seilfahrten war zu hören. Hier das Maschinenhaus von 1901

So sah es in den 1960er jahren aus

und heute so. Das Gebäude oben links ist das gleiche wie links im unteren Bild. Nur die Aufnahmeposition ist anders.

Weit hinten hat der Wasserturm mal gestanden . 

                    

 

 

Zeche Auguste-Victoria  ( hier nur AV genannt ) in Marl - Hüls

kaum zu glauben das man diese Kolosse von der Strasse aus kaum sieht.

 

 

Auch noch AV, aber diesmal keine Kohle. Ein Erzbergwerk. In den 1920er Jahren wurden beim Vortrieb Erze gefunden. Man entschloss sich ob der Menge zu einer neuen Schachtanlage.

 

Dem ansässigen Verein ist es zu verdanken, dass dieser Förderturm noch ein funktionell wirkendes Seil erhielt und auch generell erhalten blieb.

 

So sieht man den Förderturm bei der Anfahrt.

Die bislang engste Bebauung an einem Förderturm die ich kenne. Manchmal keine 10m trennen die Wohnhäuser rundum vom Bergwerk.

 

Zeche RECKLINGHAUSEN

unten die halb verschüttete "Hängebank"

Zeche Nordstern

 Nordstern

 

Ein typische Bergarbeitersiedlung in Gladbeck, Graf Moltke. Mit noch relativ jungen Baumbestand.

 

 

 

 Zollverein

 

Kokerei

Schacht

König-Ludwig 4-5, Recklinghausen. Kein Förderturm - ist mittlw. allgmeines Gewerbegebiet

Reste der alten Mauer

alte Trasse mit Signalverteiler

und in der anderen Richtung

Magazin, E-lock Ladestelle

und auch hier wieder ein typischer Vertreter

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