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Zollverein Schacht 1/2/8

Zollverein war die modernste Anlage und ist mittlereweile Weltkulturerbe, also so etwas wie ein offenes Museum.

Schon in den 1850er Jahren verkaufte diese Zeche Kohle. Anfangs wohl erst mit dem Handwagen, der werbemässig Kohlen aus der naheliegenden Zeche für den Hausbrand anbot.

Zudem hatte diese Zeche auch schon grössere Abnehmer wie Stahlwerke, oder Schmieden.

Diese Ansicht sieht sehr "betriebsmässig" aus

Russgeschwärzte Wände, blinde Fenster

Unten. Signaltafel mit den heiligen 3 Königen

Etwas Überlegung erfordert dieses Bild unten

nichts anderes als eine ungewöhnliche Perspektive des Förderturmes

Aber hier ist es nicht schwer

Kohle wohin man tritt. Zwar mit Gestein vermischt, aber unverkennbar schwarze Finger wenn man da rümwühlt.

Dieser hartmetallbestückte Fräskopf war wohl noch bis zum Schluss im Einsatz. Schluss war übrigens 1985.

Unten ist ein typische Haus. Diesmal nicht für den Bergmann oder Steiger (letztere waren auch schon etwas anspruchsvoller), sondern eine Schule für Töchter der Angestellten. Sehr schön restauriert, doch leider ist der Flair des russgeschwärtzen Hauses hier fast verloren. Erstanden 1895.

Kesselhaus nach kubischen Merkmalen gebaut. Sogar die Laternen sind hinten höher als vorn, um die perspektivische Verkürzung auszugleichen.

Dampframme

Doppelbockfördergerüst, andere Perspektive

 


 

Zeche ZOLLERN, Dortmund

Diese Zeche sollte schon in den 30er Jahren geschlossen werden. Das verhinderte aber der 2.Weltkrieg und danach wurde sie als  zusätzliche Energiequelle noch in Betrieb gelassen.

Mitte der 60er Jahre, in der 2. Kohlenkrise nach 1958/59 stillgelegt. Sie sollte wegen einer Autobahn abgerissen werden. Bürgerproteste ob der Jugendstilelementen der Gebäude ist sie erhalten geblieben. Heute unter LWL als Museum bewirtschaftet. Eintritt wird verlangt.

Holzplatz

 

Kokerei Hansa Dortmund

Diese Kokerei war ein Zusammenschluss von mehreren kleinen Kokereien in den 1920er Jahren. Sie war bis 1992 in Betrieb.

Alter Teil

Neuer Teil( hinten)

 

 

ein "eingebauter" Kühlturm

 

alte Wascher

und die Kompressorhalle, unten - unrestauriert

 


 Henrichshütte in Hattingen

Von 1854 - 1987 war diese Eisenhütte in Betrieb. 1993 wurde das Stahlwerk, später, 2003, auch die Schmiede stillgelegt.

Bekannt für ihre hochwertigen Edelstahlproduktionen bekamen sie Aufträge von der EADS, ESA, DBB und  von Atomkraftwerken.

Heute ein (eintrittspflichtiges) Industriemuseum mit dem einzig verbliebenen Hochofen 3. Hochofen  2 -der modernste - wurde in den 1990Jahren  an China verkauft.

So ein Hochofen hatte mal 1855  25t Roheisen Tagesleistung. Der letze Hochofen brachte es auf die 100fache Leistung.

Die Bilder sind diesmal im passenden Sepia nachgefärbt; da ist eh' alles rostbraun.

Gichtgaszyclon

Gichtgaseingang

Erz-Bunkerschächte

Hier stand mal Hochofen 2

Der gefährlichste Arbeitsplatz(Bild unten): auf der Gicht. Bei Reparaturen und bis in die 50er Jahre wurde noch Möller von Hand per Handkarre eingefüllt, drohte Kohlenmonoxidvergiftung. CO, ein Gas das man weder sieht noch riecht, aber sehr giftig ist. Zudem ist es noch brennbar. Kohlendioxid ist 10x weniger giftig( erstickend) und nicht brennbar.

Undichtigkeiten sah man nur durch die Staubentwicklung. Es geschahen viele Unfälle mit CO. Z.B. wenn der Wind drehte. Gasmasken wurden später vorgeschrieben, aber selten benutzt. Bei schwerer Arbeit rissen sich die Arbeiter die Vollmasken nach einiger Zeit wieder ab.

So ein Pochen im Genick kündigte die CO-vergiftung an.

Ein Blick von der 3. Bühne

Und die Schlacke"pfännchen"

 

Kleinzeche Egbert in Witten/ Hattingen

Im Muttental waren zeitweise bis zu 60 Zechen gleichzeitig in Betrieb. Darunter auch Kleinzechen wie diese hier

Was hier wie ein Abenteuerspielplatz aussieht, ist in Wahrheit eine Zeche mit 4 - 10 Mann Belegschaft gewesen. Bis 1976 in Betrieb holte sie aus erdnahen, nicht tiefen Stollen per Haspelzug, bei einer Mächtigkeit des Flözes von 125cm, etwa 40.000t Steinkohle für ein Kraftwerk heraus. Die grösste Tagesleistung lag bei 8T im Jahre 1968.

Grubenwasser lief durch alte Erbstollen in das Muttental ab, da sie relativ hoch liegt. Wasserpumpen findet man daher nicht.

Unteres Bild zeigt das Kompressorhaus.

Sie liegt mitten im Wald naher einer Wiese. Die nächste befestigte, einspurige Strasse ist etwa 500m entfernt.

 


 

Zeche Nachtigall

...liegt etwa  3km  Luftlinie von Zeche Egbert entfernt, auch im Muttental bei Witten nahe der Ruhr.

Urkunden über erste Mutungen und Kohleförderungen gehen bis ins Jahr 1714 zurück. Das schwarze Gold liegt - auf Grund der bergigen, zerrissenen Struktur der Gegend - z.T. oberirdisch und konnte mit einfachen sog. Kohlegräben allein schon gewonnen werden. Die Mächtigkeit (Dicke) und Tiefe der Flöze allgemein nimmt nach Norden zu, ist aber hier zw. 1- 2m Mächtigkeit eher gering. Dafür sind die erf. Tiefen nur mehrere 10m bis 150m.

1892 wurde sie aufgegeben. Hier eine Übersicht

Unten die auf's beste restaurierte Maschinenhalle mit einer Doppelfördermaschine  von Prosper Haniel aus dem Jahre 18 ?? Natürlich dampfbetrieben.

Das obige Bild zeigt im Hintergrund ein dreieckiges Fenster was nötig war, um den Pendelbewegungen des Seiles, bedingt durch die konische Trommel, Raum zu geben.

Was bei allen Zechen schon in den 1950er Jahren abgerissen wurde, ist hier noch erhalten: die Ringöfen zum Brennen der Steine.

Innen

und aussen

Wie schon eingangs beschrieben, wurde diese Zeche 1892 aufgegeben. Es hinderte aber niemanden nach dem 2.WK wegen der Kohlenknappheit sich hier Brennmaterial zu beschaffen; das blieb- natürlich geschäftsmässig betrieben-  bis 1981 so. Per Haspel ( ein einfacher Seilzug mit Trommel und Förder"körbchen"+ Gerüst a-la Zeche Egbert) wurde so bis 1981 Kohle verkauft. Der Mercedes-Benz L-3500 LKW fuhr auch bis 1981

Unteres Bild zeigt den alten Stolleneingang

Im bergischen darüber sieht man heute noch (dünne) Kohleflöze.

 

 

Zeche Prosper in Bottrop

1875 - 1982

Von den Anlagenteilen ist nur dieser Förderturm und ein Betriebsgebäude übrig geblieben. Nur dieser Förderturm hat's in sich. Seht selbst

 

 

Ein Malakowturm mit eingezogenen Koepe-Strebengerüst. Dieses wurde 3x geändert bzw. umgebaut.

So sah es zeitgenössisch aus; wahrscheinlich um die Jahrhundertwende 1899/1900

Keinen Förderturm fotografierte ich öfter als diesen hier.

Direkt dahinter liegt die einzig verbliebene Kokerei der ehem. RAG : Kokerei Prosper.

Hier wird weiter Kohle gefördert, nur nicht mehr mit diesem Förderturm. Es gibt da einen sog. Förderberg. Ein unter 21Grad Gefälle verlaufendes 3,8km langes Förderband.

 


Gelsenkirchen, Consolidation Schacht 8 "Oberschuir"

Diese Zeche  Consol hatten wir schon, ja, nur war es nicht die einzige Schachtanlage. 9 Stück gab es, einer ist nun hier, der Schacht 8 Oberschuir.

Eingezwängt? Ja, ist er. Relativ klein da er nur als Seilfahrt- und Wetterschacht benutzt wurde; und zwar von 1908 -1940. Danach nur als Wetterschacht bis 1984, anschliessend verfüllt.

Die Kaue ( links, nicht im Bild) wurde aufgeteilt für Eigentumswohnungen. Auch der Rest bleibt wohl erhalten.

So sah es noch 1984 aus. Küppersbusch(dahinter) - ein bekannte Firma für Öfen z.B.- gabs da auch noch und jede Menge Eisenbahnschienen.

Heute so, vom Schacht aus gesehen, da wo oben die vielen Schienen zu sehen waren:

Die S-bahn fährt noch. Die anderen Gleise sind alle verschwunden. Den Wetterschacht(oberes Bild rechts neben dem Schacht) konnte ich nicht im Bild festhalten, da steht nun ein modischer Glaskastenbau. Wo ich hier stehe ist wohl der Abraum der Bauten ( hinter dem Schacht) darunter. Ein kleiner Hügel.

 

Zeche Ewald-Fortsetzung Oer-Erkenschwick (früher Graf Waldersee)

Die Zeche meines Onkels, der bis etwa 1982 dort als gelernter Schmied arbeitete.

Hier Haupteingang und Kaue.

Das Fördergerüst steht noch, ebenso die Maschinenhalle, nebst anderen Gebäuden.

Das Fördergerüst sieht allein aus, verlassen wie das ganze Grundstück.

1997 stillgelegt und Schächte verfüllt.

 


Zeche Bonifacius, Essen Kray.

 1851 erste Teufarbeiten. Die Zeche hatte 2 schwere Rückschläge in den Jahren 1897 -99. Schacht 2 ging zu Bruch, und der Malakowturm über Schacht 1 brannte ab. In den 1960er Jahren kam diese Zeche zu Zeche Holland und diese wurde 1974 geschlossen. Somit war auch das Ende von Bonifacius vorprogrammiert.

Das Fördergerüst steht über Schacht 1.

 Die Lohnhalle ist ein Hotel

Nein, keine Bilder mehr, hier ist ende. Der Grund liegt im gastronomischen Bereich. Dort ist sehr viel umgestaltet worden, so dass man die eigentliche Industriekultur nicht mehr antrifft. Einzig der Förderturm, und der steht da wirklich so allein, als wenn er nicht dorthin gehört.

 


 

Zeche TEUTOBURGIA, Herne

1905 - 1925 und ab 1942 bis 1983.

Der Förderturm hat noch ein Regendach; selten. Die meisten sind entfernt worden.

Schon 50 Jahre vorher hat man versucht Kohle zu fördern aber aufgegeben. 1905 teufte der Bochumer Verein neu ab, den abgebildeten Schacht 1, und förderte die harte und trockene Kohle bis 1925 durch Zeche ERIN wo die Förderung per Durchbruch erfolgte.

1942 wurde die Förderung wieder aufgenommen, aber wohl eher nur ein Seilfahrtschacht als Förderung, wie ich das so sehe.

Hier existiert gerade 100m entfernt noch der klassische Aufenthaltsraum für Bergleute

Zeche Waltrop 1905 - 1979


Anfang des 20.Jhdrts. baute der preussische Staat eigene Bergwerke, um die Kriegsflotte unabhängiger von der Kohleversorgung zu machen. Waltrop war eins davon.

Auch hier ging es rauf und runter. Schon 1965 sollte diese Zeche für immer geschlossen werden. Proteste verhinderten dies. Waltrop war zu abhängig von diesem Bergwerk, den Steuereinnahmen und  der lohnbeziehenden Belegschaft die vornehmlich in Waltrop lebte und sich versorgte.

1979 konnte sich kaum einer wehren, da schon der grösste Teil woanders beschäftigt war und die immer spärlicher fliessenden Subventionen der EU verlangten, wenigstens 1 Bergwerk zu schliessen.

Es existiert kein Förderturm, nur diese Seilscheibe.

 

Neben Zollverein in Essen das grösste zusammenhängende Gebäudeensemble. Es steht unter Denkmalschutz.

Es ist frei zugänglich weil sich ein gastronomie- und ein kaufmännisches Gewerbe, das 'Manufactum', ansiedelte.

Interessant ist hier ein Vergleich vorher/nachher. Vorher 1970er Jahre

Im obigen Bild nimmt man als Anhaltspunkt den unten links zu sehenden Funkturm.

Es fehlen 2 Gebäude und der ehemalige Kühlturm wäre im obigen Bild etwa in Bildmitte. Die rechte Seite besteht aus einem Neubau und Strassen, statt vormals Kohlenbunker und Schienen.

 9.2.11


 Zeche HANNOVER, Bochum

Bild Oben:- Schacht 1

Die Anfänge der Zeche Hannover gehen bis 1847 zurück. Geldmangel, Kohlenkrise - ja die gab es auch schon vor der Jahrhundertwende 1899/1900- zwangen 2x zum Verkauf. Alfred Krupp übernahm und baute diese Zeche weiter aus.
So wurde 1881 schon der Bergeversatz eingeführt, also das Verfüllen von tauben Fördergestein in stillgelegten Streben, um die Oberflächensenkungen ( auch sog.Tagesbrüche, als schlimmste Version von Bergsenkungen) in Grenzen zu halten.

.

Auch wurde hier die später überall genutzte KOEPE-Förderung erfunden und eingeführt.

 Die klassische Version, ein Seil von der Trommel - etwa wie man es kennt an Kettenzügen oder kleinen Kränen
- zieht und fährt ab, wurde mit der Koepeförderung in ein Endlosseil, welches immer einen Korb oben, den anderen unten hatte, geändert- ähnlich dem Aufzug "Paternoster".


Ziemlich genau 100 Jahre nach der Übernahme durch A.Krupp wurde die Zeche 1972 geschlossen. Dem Malakowturm sei dank existiert diese Zeche noch als Fotoobjekt und ist nicht dem Erdboden gleichgemacht worden. Es gab auch einen 2. Malkowturm, direkt neben dem 1., der aber nicht mehr erhalten werden konnte.

Hier mal eine Ansicht von innen; links ein Förderkorb.

Die obengenannte KOEPE Förderung war eine Innovation Richtung Seillebensdauer, gleichmässige Beanspruchung und Energieeinsparung. Trotzdem musste der Maschinist auf einem Stuhl 8h lang sitzen und die Förderung von Kohle und Mannschaft mit den Hebeln rechts und links genauestens auf den Ort bringen. Daran änderte die KOEPEförderung auch nichts.

 " Datt hört sich alles leicht an, man, aber sitz ma einfach nur so 8h auf der Couch, nicht weggehen zum Pissen oder mal in den Kella zum Bier holen. Nix da ! Mach ma nach ! Sitz ma 8h so rum, mit so'n bisken Pause auf Stuhl. Boa ey, glaubse wie ihr euch datt so vorstellig werden lassen tut...... Ja,ja, heute iss allet sooo schön nostalgisch verklärt...sitz ma 8h so rum... Geh mich weg mit die

 

 Scheisse. "

Tja, so war's. Nicht alles was so leicht aussieht.... man sitzt ja nur da rum statt Kohlen zu schöppen.

Hier mal ein Blick wie es einmal war. Zeche, Kokerei, Kraftwerk, Lager, Halde. Heute ist alles rundherum grün. Nur das gelb eingezeichnete etwa  ist noch da. Das Fördergerüst rechts, und das direkt neben Schacht 1 stehende Gebäude (Malkowturm eingehaust) ist abgerissen. Die anderen Bauten, bis auf die Maschinenhalle, Schienen auch. Alles weg und eingeebnet.

21011

 


ZECHE CARL, Essen:-

Es ziehen sich wie Perlen an der Schnur die alten Zechen immer nahe der Köln-Mindener Eisenbahnlinie.

So auch die Zeche Carl in Essen.

1856 bauten die erstmal standesgemäss einen Malaokowturm, der später mit einem aufgesetzten eisernen Fördergerüst verbessert wurde. 'Die', das war zum ersten Male im Revier eine AG, nämlich die Cölner-Bergwerksverein AG. Sonst waren es immer vertraglich festgelegte Zusammenschlüsse von Kaufleuten oder Vereinen.

In den 1920er Jahren war schon Schluss mit Kohleförderung, danach gab die RAG den Standort 1970 gänzlich auf.

Das Kesselhaus (unteres Bild) stammt aus 1901; interessant sind die hinten ins Freie endende Kesselflansche. Wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen. Dampfkesselexplosionen waren vor der Jahrhundertwende nicht gerade selten.

So grob ein Esslöffel Wasser ergeben 2 Eimer Dampf. Stellt man sich 1Tonne Wasser in den Kesseln vor, kann man sich die verheerenden Folgen ausmalen wenn das spontan verdampft, falls der grosse Flansch abreisst.

Wie gesagt, es war damals fast an der Tagesordnung das ein Kessel irgendwo in D explodierte. Unser alter Kaiser Wilhelm der II forderte daher Besserung.

Der Beginn des TÜV'S, der damals erstmal 'Dampfkesselüberwachungsverein' hiess. Die Ur-urenkel davon kloppen heute unsere Autos nach Mängeln ab.

Und man kam wohl auch besser und billiger mit'n Kran dran, als das Kesselhaus höher zu bauen und mit einem teuren Portalkran auszustatten.

Hier unten mal ein Bild wie sie früher aussah.

 


 

 

25112

 

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 

 


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